Pager Spitze
Paška čipka, das "weiße Gold" der Insel, von Hand mit Nadel und Faden genäht.
Spitze ohne Vorlage
Die Pager Spitze ist eine Nadelspitze. Sie entsteht auf einer festen Unterlage, beginnt in der Mitte und wächst in Kreisen nach außen wie ein Spinnennetz. Traditionell gab es keine Zeichnungen oder Vorlagen: Die Muster wurden von der Mutter an die Tochter durch Zuschauen und Üben weitergegeben. Das Ergebnis ist sehr fein, fast durchsichtig und zugleich erstaunlich fest.

Eine lange Tradition
Das Handwerk ist eng mit dem Benediktinerinnenkloster St. Margareta in der Stadt Pag verbunden, wo Spitzenarbeit schon im 16. Jahrhundert belegt ist. 1880 wurde die Pager Spitze erstmals auf einer Ausstellung gezeigt, und zwischen 1906 und 1943 reiste sie zu Ausstellungen nach London, New York, Wien, Mailand, Prag und Budapest. Auf der Weltausstellung in Paris 1937 gewann sie eine Goldmedaille.
1906 gründete der Bürgermeister von Pag, Frane Budak, eine Spitzenschule; die erste Lehrerin, Nina Rakamarić, war in Wien ausgebildet. Budak sammelte auch rund fünfzig Originalmuster, nach denen die Spitzenmacherinnen bis heute arbeiten. Heute halten der Verein der Spitzenmacherinnen "Frane Budak" und der Spitzenunterricht an der örtlichen Schule die Tradition lebendig.
Welterbe
Die Spitzenherstellung in Kroatien, einschließlich der Pager Spitze, steht auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO. Ein Stück Pager Spitze ist eines der authentischsten Souvenirs aus Kroatien, und viele rahmen es wie ein Bild.
Wo man sie sieht
Im Sommer sitzen die Spitzenmacherinnen vor ihren Häusern in der Altstadt und verkaufen ihre Arbeiten direkt. Historische Stücke sehen Sie auch in der Spitzensammlung der Stadt. Ein kleines Stück Spitze ist ein schönes Detail an festlicher Kleidung.